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Caminho Portugués

Meine Pilgerreise von Porto nach Santiago de Compostela

2015 bin ich am Camino Frances,  den Jakobsweg, von Léon nach Santiago gegangen. Zum 10 jährigen Jubiläum habe ich mir den Caminho Portugés entlang der Küste vorgenommen. Die ersten Tage folgte ich der Küste auf kilometerlangen Holzstegen und wechselte nach 4 Tagen zum Inlandsweg. Hier änderte sich die Landschaft und auch das Wetter. An der Küste war es zuletzt häufig nebelig. Ab Ponte de Lima stieg die Temperatur wieider über 30 Grad. Der Weg folgte alten Routen aus dem Mittelalter aber auch der historischen Römerstraße XIX von Braga nach Astorga. Flache Wegstrecken wechseln mit kleinen Anstiegen ab. Nach der spanischen Grenze in Tui haben sich der Küstenweg und der Inlandsweg zum einen gemeinsamen Weg nach Santiago de Compostela vereinigt

Nach meiner Ankunft aus Lissabon gehe ich am Nachmittag in das Altstadtviertel Ribeira.

Dort überspannt die die 385 m lange und 1996 eröffnete Stahlbogenbrücke Ponte Luis I in 60 m Höhe den Douro. Gebaut wurde sie nicht wie ursprüglich vorgesehen von Gustave Eiffel, sondern von Theophile Seyrig. Die obere Ebene ist seit 2004 für die Stadtbahn und Fußgänger reserviert.

 Im Stadtteil Ribeira am Ufer des Douro befinden sich zahlreiche Restaurants, wo ich den Abend bevor es morgen endlich mit dem Caminho Portugués los geht, gemütlich ausklingen lasse.

Am 06. August starte ich morgens um 7.00 Uhr meinen Caminho Portugués bei der Kathedrale in Porto. Nach einigen Kilometern entlang des Fusses Douro treffe ich auf die Küste. Es folgen nun die für den Küstenweg typischen Holzwege. In den nächsten Tagen geht es bei Nebel und kühleren Temperaturen über Póvoa de Varzim, Castelo de Neiva, Esposende, Cestelo do Neiva nach Viana do Castelo. aufgrund zahlreicher Musikfestivals sind kaum billige freie Quartierte vorhanden. Deshalb fasse ich den Entschluss den Küstenweg vorzeitig zu verlassen und meinen Weg nach Santiago de Compostela am Camino Portugues Central fortzusetzen.

Ponte de Lima ist meine erste Übernachtung am Camino Portugués Central. Die Kleinstadt Ponte de Lima zählt zu den ältesten Städten Portugals. Dies ist in der Altstadt an den mittelalterlichen Häusern, wunderschönen Plätzen und alten Kirchen überall sichtbar.

Die Brücke über den Fluss Lima wurde 2. Jahrhundert v. Chr. gebaut und im 14. Jahrhundert erneuert. Sie galt lange als einzige sichere Querung des Lima. Die Brücke mit 16 Brückenbögen ist 277 m lang und war für die Römer von enormer strategischer Bedeutung, zumal sie an der römischen Straße XIX am Weg von Braga nach Astorga lag.

Nach der Überquerung der mittelalterlichen Brücke folge ich anfangs flachen, schattigen Pflaster- und Waldwegen. Nach einigen Kilometern folgt nach einem steilen Anstieg der höchste Punkt am Caminho Portugues Central. In der Folge durchquere ich Rubiaes mit der sehenswerten römischen Brücke und in weiterer Folge die Wallfahrtskirche Capela de Sao Bento da Porta Abenta. Am nächsten Tag folgt eine kurze Wanderung zur portugiesisch-spanischen Grenze in Valenca. Auf der portugiesischen Seite erhebt sich über Valenca die befestigte Altstadt. Valenca wurde im 17 Jh. Aufgrund von häufigen Grenzstreitereien mit Spanien zu einer großen Festungsanlage ausgebaut. Nach einer kurzen Besichtigung gehe ich über die 1885 eröffnete doppelstöckige Brücke über den Fluss Minho nach Spanien.

Herberge Pilgerpause in Fontoura

Das Hostel Pilgerpause in Fontoura ist eine kleine Unterkunft in Fontoura. Das gemütliche Hostel hat einen großen Garten und Schwimmingpool. Ein perfekter Ort um sich von den Anstrengungen des Weges zu erholen. Es fühlt sich wie eine kleine Auszeit am Weg an. Ich kann eine Übernachtung in der Herberge sehr empfehlen. (www.pilgerpause.com)

Tui bis Caldas de Reis

 

Frühmorgens breche ich um 06.00 Uhr bei Dunkelheit nach Mos auf. Nach 17 km erreiche ich O Porrino und nach einer kurzen Rast Mos. Nach Redondela kommt man über eine kleine bewaldete Anhöhe entlang einer Bucht nach Arcade. In Arcarde überquert die Ponte Sampaio, eine mittelalterliche Brücke, den Fluss Verdugo. Der Weg führt über Hohlwege und Waldstraßen, wo man in der der Felspflasterung deutliche tiefe alte Karrenspuren sehen kann. Nach einer weiteren Nächtigung in der öffentlichen Herberge in Pontevedra zweigt der Camino Espiritual, eine 77 km lange Variante auf den Spuren des Apostels Santiagos, ab. Der Legende nach wurde das Boot mit dem Leichnam des Apostels von Palästina den Rio Ulla hinauf nach Iria Flavia dem heutigen Padrón gebracht und dort an einer Neptum geweihten Altarsäule festgemacht. Wie an den Vortagen gibt es wieder ruhige und schöne Abschnitte entlang von Fluss- und Auenlandschaften auf der Römerstraße XIX. Nach weiteren 25 km kommt man nach Caldas de Reis.

Caldas de Reis - Santiago de Compostela

In Ponte Valga kurz nach Caldas de Reis genieße ich einen fantastischen Ausblick über das weite aufgelockerte Tal und den Sonnenaufgang in den sanften Hügeln. Über Padron gehe nach Faramello, meinen letzten Halt vor Santiago de Compostela.

Am letzten Tag am Caminho Portugués wandere ich 14 km bis Santiago de Compostela.  Der Weg führt durch die Vorstadt und in der Altstadt durch enge Gasse bis zum großen Platz vor der Kathedrale, wo ich nach 270 km und 11 Tagen ankomme. Ich bleibe 2 Tage in Santiango de Compostela, bevor ich am Montag  zu Fuß nach Finisterre aufbreche.

Santiago de Compostela

Santiago de Compostela gehörte neben Rom und Jerusalem zu den bedeutendsten Pilgerzielen des christlichen Mittelalters. Der Pilgerweg nach Santiango erlebt seit 1976 wieder eine Reaissance. Jährlich treffen bis zu 500.000 Pilger zu Fuß oder mit dem Fahrrad in Santiago ein.

Nach der Ankunft hole ich mir die Compostela in Pilgerbüro. Die Pilgerherberge Seminario Minor befindet sich ca. 15 Minuten vom Zentrum entfernt. Am nächsten Tag besuche ich um 12 Uhr die Pigermesse als Höhpunkt am Ende der Pilgerweges. Das größte Wahrzeichen der Kathedrale ist der 53 kg schwere und 1,6 m hohe Weihrauchkessel, der Botafumeiro. Sein Duft hat symbolische Bedeutung für das Gebet die spitruelle Reinigung. Er wird von 8 Männern an einem 66 m langen Seil durch das Seitenschief geschwungen. Dabei erreicht er Geschwindigkeit von 68 km/h.

Beim Südlichen Tor Portico de las Praterias befindet sich in einer Ecke der Kathedrale eine Säule. Nach dem Sonnenuntergang wirft diese Säule einen Schatten in Form eines Pilgers auf die Kathedalenwand.

Auf zum Ende der Welt - Camino a Finisterra

Als Camino a Fisterra oder Camino Finisterre wird der verlängerte Jakobsweg von Santiago de Compostela zum Kap Finisterre (galicisch Fisterra) bezeichnet. Der Camino nach Finistera gehört streng genommen nicht zu den Jakobswegen, weil er nicht Santiago de Compostela zum Ziel hat. Der Camino a Fisterra wird schon in den Chroniken des 12. Jahrhunderts erwähnt, wo beschrieben wird, dass viele Pilger nach der Ankunft und kurzem Aufenthalt in Santiago nach Fisterra, dem damaligen Ende der Welt, weitergingen.

Santiago de Compostela – Negreira

Der Weg nach Fisterra beginnt bei der Kathedrale in Compostela. Nach den lauten Tagen in Santiago wird es wieder ruhiger. Anfangs verläuft der Weg wieder durch Wälder und kleine Ortschaften. Nach ca. 10 km führt eine Asphaltstraße hinab in ein Tal. Anschließend folgt ein 2 km langer, teils steiler Anstieg durch den Wald nach Carballo. In Ponte Maceira überquert man über eine Brücke aus dem 13. Jahrhundert den Fluss. Diese wurde auf den Fundamenten einer römischen Brücke errichtet und ist jeher ein wichtiger Übergang auf den Weg nach Fisterra. Von hier ist es nicht mehr weit nach Negreira. 

Negreira – Corcubion

 

Aus Zeitgründen fahre ich von Negreira mit dem Bus nach Olveiroa. Nach 5 km zweigt der Weg nach Muxía ab. Von hier geht es auf Schotterwegen weiter über das Hochplateau mit gutem Ausblick auf das hügelige Galicien. Links und rechts des Weges breitet sich eine Heidelandschaft aus. Dieser Anblick erinnert mich an die Lüneburger Heide. Nach 15 km am Hochplateau geht es auf 3 km abwärts nach Cee. In Corcubíon übernachte ich in der privaten Alberue de peregrinos San Roque in einer alten Schule außerhalb ausserhalb der Ortschaft. 

Corcubion – Fisterra

Kurz vor dem Sonnenaufgang verlasse ich die Herberge. Auf der kurzen Schlussetappe nach Fisterra marschiere ich  gemütlich entlang dem Praia da Lagosteira, einem über einen Kilometer langen Sandstrand. Überall am Stand liegen viele leere Jakabsmuscheln. Von der Innenstadt geht es abschließend 3 Km zum Cabo Fisterra hinauf. Hier endet nun endgültig mein Jakabsweg. Von hier aus kann man in westlicher Richtung nicht mehr weiter gehen. Gegen Mittag verlasse diesen imposanten Ort und gehe wieder zurück in die Innenstadt von Fisterra. Nach einem letzten Bad im Atlantik und einem Abschiedsbier fahre ich mit dem Bus zurück nach Santiago.